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Henning Venske


Henning Venske (*3. April 1939 in Stettin) ist ein deutscher Schauspieler, Kabarettist, Moderator, Regisseur und Schriftsteller. Er gilt als einer der herausragenden Protagonisten des politischen Kabaretts in Deutschland, zudem als wortgewandter, präziser und streitbarer, teils radikaler Satiriker.


 

Hintergrund-Informationen aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Leben

Henning Venske entstammt einer pommerschen Familie und wuchs nach der Flucht zu Kriegsende in Minden in Ostwestfalen auf. Die Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Regula Venske ist seine Schwester. Nach dem Abitur studierte er Germanistik und Geschichte. Ein Studium der Theaterwissenschaft brach er zugunsten einer Schauspielerausbildung an der Max-Reinhardt-Schule Berlin ab, sein erstes Bühnenengagement hatte er 1961 am Theater am Kurfürstendamm

 

Es folgten bis 1967 weitere Engagements als Schauspieler und Regieassistent in Berlin - mit Regisseuren wie Fritz Kortner, Boleslaw Barlog, Hans Lietzau und Samuel Beckett. Am Thalia-Theater in Hamburg arbeitete er 1967/68 mit Regisseuren wie Hans Deppe, Peter Mosbacher und Ullrich Haupt.

 

In den 1970er-Jahren begann Venske seine Tätigkeit als freiberuflicher Schauspieler, Regisseur, Moderator und Autor beim Fernsehen und im Hörfunk (u.a. NDR). Wegen inhaltlicher Differenzen und seiner kritischen, scharfzüngigen und unbequemen Aussagen wurde er zu dieser Zeit in einer ganzen Reihe von öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalten mit einem Haus- und Sendeverbot belegt (u. a. HR), musste deshalb teils juristische Auseinandersetzungen führen und galt als „Deutschlands meistgefeuerter Satiriker“. Von 1971 bis 1974 moderierte er die Fernsehsendung "Musik aus Studio B". Auch die Mitwirkung in der deutschen Rahmenhandlung von "Sesamstraße" und Rollen im Tatort machten ihn einem breiteren Publikum bekannt. Auf der Bühne ging er in dieser Zeit u.a. mit der Hörspielreihe "Papa, Charly hat gesagt…" auf Tournee. 1976 übernahm er in der Tatortfolge "Augenzeuge", welche in Heidelberg spielt, die Rolle eines dubiosen Geschäftsmannes. Im gleichen Zeitraum veröffentlichte Venske mehrere Kinderbücher und -schallplatten, wovon "Als die Autos rückwärts fuhren" mit dem deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet wurde.

Zu Beginn der 1980er Jahre schrieb Venske deutsche Liedtexte für die niederländische Rockgruppe Bots (LP "Aufstehn", 1980) und war Chefredakteur der Satirezeitschrift "Pardon" bis zu ihrer Einstellung 1982. Er veröffentlichte unter dem Pseudonym Arne Piewitz 1983 ein illustriertes Erwiderungsbuch mit dem Titel "Ich war der Märchenprinz" als fiktive Antwort auf Svende Merians Buch "Der Tod des Märchenprinzen". Mit dem Stern-Redakteur Günter Handlögten zusammen schrieb er vier Bücher über Wirtschaftskriminalität. Auf das Angebot Sammy Drechsels hin wurde er 1985 Ensemblemitglied, Autor und Regisseur der Münchner Lach- und Schießgesellschaft und war dort bis 1993 tätig. 

 

Bis heute arbeitet Venske regelmäßig als Sprecher und Moderator. Zudem gibt er im Hamburger Kabarett Alma Hoppes Lustspielhaus regelmäßige Monats- und Jahresrückblicke zum besten (Venskes Monats-/Jahresschauer). Seit September 2009 tourte er darüber hinaus mit Jochen Busse und dem Programm "Inventur" durch den deutschsprachigen Raum.

Am 29. März 2009 bekam Venske im Rahmen der 15-Jahre-Gala des Alma Hoppe-Lustspielhauses in Hamburg durch Kultursenatorin Karin von Welck die Biermann-Ratjen-Medaille des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg verliehen. 2010 erhielt er zusammen mit seinem Partner Jochen Busse den Ehrenpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis. 2012 folgte ebenfalls gemeinsam mit Jochen Busse der Ehrenpreis des Bayerischen Kabarettpreises, Laudator war dabei Dieter Hildebrandt. Nach dem Zwei-Personen-Stück "Gegensätze" (mit Partner Kai Magnus Sting), den Programmen "Es war mir ein Vergnügen" (2014) und "SATIRE ­ gemein aber nicht unhöflich" (2016). 2018 ging Henning Venske, am Akkordeon begleitet von Frank Grischek, mit Summa Summarum auf große Abschlusstournee und verabschiedete sich am 25. November in Hamburg vom Publikum. 

Henning Venske lebt mit seiner Frau Hilde in Hamburg. Sein Sohn Nicolaus starb 2006 45-jährig, dessen Zwillingsschwester Louise 2009 im Alter von 47 Jahren. Venske hat noch eine weitere Tochter und zwei Enkelinnen.

 

Auszeichnungen

1977  - Deutscher Schallplattenpreis für „Als die Autos rückwärts fuhren“

2009 - Biermann-Ratjen-Medaille als Auszeichnung für künstlerische und kulturelle Verdienste um Hamburg

2010 - Ehrenpreis zum Deutschen Kleinkunstpreis (zusammen mit Jochen Busse)

2012 - Ehrenpreis des Bayerischen Kabarettpreises (zusammen mit Jochen Busse)

2017 - Ehrengaul von Niedersachsen

2017 - Jürgen von Manger-Ehrenpreis für Lebenswerk


 

Videos, Downloads




*Immanuel Kant

 

Erstellt: 20181128

Aktualisiert: 20190601 | 20190818

Wikipedia: Diese Seite wurde zuletzt am 15. August 2019 um 11:40 Uhr bearbeitet.